Wachstum im Schatten der Metropolen
Die Rahmenbedingungen am deutschen Wohnungsmarkt sind für Eigentümer und Investoren weiterhin exzellent. Die Bevölkerungszahl ist erneut gestiegen, die durchschnittlichen Haushaltseinkommen wuchsen zuletzt so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr und die Arbeitslosenquote ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Dass sich dieses Umfeld spürbar verschlechtern könnte, ist nicht absehbar. Wohnungsinvestoren dürften sich daher auch in den kommenden Jahren in einem hervorragenden Umfeld bewegen. Genau das bringt aber auch Herausforderungen mit sich: Schon heute gibt es für Investoren unter den Großstädten keine echten Geheimtipps mehr und fast überall ist der Bieterwettstreit entsprechend stark.
Während Investoren zum Teil in den demografisch eher ungünstigen C- oder D-Städten nach Anlagemöglichkeiten suchen, wandert die Bevölkerung verstärkt in andere Regionen. Vor allem die Umlandregionen der A-Städte erfahren einen immer stärkeren Bevölkerungszuwachs. Trotzdem stehen diese Regionen bislang kaum als Investmentstandorte im Fokus. Vieles spricht dafür, dass sie diese geringe Aufmerksamkeit zu Unrecht erfahren.
Schon heute scheinen die A-Städte an ihre Wachstumsgrenzen zu stoßen. Das könnte perspektivisch zu verstärkten Wanderungen ins Umland führen. Im Jahr 2015 wuchsen im Vergleich zum Vorjahr bereits vier von sieben Umlandregionen schneller als ihre Kernstadt. Vieles spricht dafür, dass das Wachstum langfristig anhält. Nicht nur die demografischen Entwicklungen der Umlandregionen sind vergleichsweise gut, auch am Mietwohnungsmarkt herrschen für Investoren attraktive Bedingungen. Dies zeigt sich beim Blick auf die durchschnittlichen Angebotsmieten. Diese stiegen zwischen den Jahren 2014 und 2017 in den Umlandregionen von Frankfurt, Hamburg und Stuttgart stärker als in den Kernstädten. Die Erweiterung des Anlagespektrums über die Grenzen der A-Städte könnte sich somit als eine vielversprechende Strategie erweisen.
Im Umland der A-Städte treffen gute Fundamentaldaten auf eine relativ geringe Investorennachfrage. Das Prüfen dieser Standorte könnte sich daher lohnen.
Matti Schenk, Savills Research
