erstellt am 20. April 2020
Der Einzelhandel in Deutschland verliert laut HDE pro Tag des Lockdowns ca. 1,15 Mrd. Euro Umsatz. Das von der Bundesregierung verabschiedete Mietenmoratorium erlaubt den betroffenen Einzelhändlern, ihre Mietzahlungen zunächst einzustellen. Ein erheblicher Teil macht davon Gebrauch. Unter der Annahme, dass 70 % aller Einzelhändler zumindest für die Dauer des Lockdowns keine Miete zahlen, ergibt sich bei einer unterstellten Mietquote am Umsatz von 10 % ein täglicher Mietausfall von ca. 80 Mio. Euro. Für den Zeitraum des vollständigen Lockdowns (18. März bis 18. April) wären den betroffenen Eigentümern auf Basis dieser Schätzung insgesamt ca. 2,1 Mrd. Euro Miete entgangen. Das ist natürlich nur eine einfache Rechnung mit vielen Annahmen, die viele Details außer Acht lässt. Sie veranschaulicht aber zumindest die Dimension des Problems, mit dem Eigentümer nun konfrontiert sind. Zwar müssen die Mieter nicht gezahlte Miete bis 2022 nachzahlen, angesichts der historisch schlechten Verbraucherstimmung und bereits erfolgter Insolvenzanmeldungen ist aber völlig offen, wie viele das tatsächlich können.
Mit der teilweisen Wiedereröffnung der Geschäfte ab Montag wird sich die Situation sicherlich entspannen, laut Einzelhandelsexperten sind aber immer noch Geschäfte mit einem Umsatzanteil von 40 % des gesamten Non-Food-Handels geschlossen.
Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Situation und sich rasch ändernden Gegebenheiten möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die hier wiedergegebenen Einschätzungen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung entsprechen und wir diese nicht aktualisieren.
