erstellt am 24. April 2020
Belastbare Daten zu dieser Frage gibt es noch nicht, aber praktisch alle Einzelhändler dürften massiv rückläufige Umsätze verzeichnen. Nicht nur waren die meisten Läden für viele Wochen geschlossen, auch das Konsumklima hat sich deutlich eingetrübt. Der gfk-Konsumklimaindex ging im April um mehr als zwei Drittel gegenüber dem Vormonat zurück und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Mai 2009. Lediglich in einzelnen Segmenten, darunter Lebensmittel, stiegen die Umsätze, zum Teil um ein Vielfaches. Dieser „Hamsterkauf-Effekt“ war aber nur von kurzer Dauer. Trotzdem könnte der Lebensmitteleinzelhandel weiterhin ungewöhnlich hohe Umsätze verzeichnen, weil sich der Außer-Haus-Konsum in die Küchen der Haushalte verlagert, solange Kontaktbeschränkungen gelten und die Gastronomie geschlossen ist. Während Online-Händler aus dem Non-Food-Bereich ebenfalls unter der geringeren Konsumneigung leiden und erst seit April wieder langsam einen
Anstieg der Nachfrage verspüren, verzeichnen Lebensmittellieferdienste einen nie dagewesenen Boom. So sind zum Beispiel die Webseitenbesuche von Rewe oder HelloFresh in den letzten Wochen sprunghaft gestiegen, ebenso wie die Google-Suche nach Lieferdiensten.

