Mit Ausnahme Stuttgarts fiel der jetzige Anstieg in den Top-7-Städten stärker aus als im Bundesdurchschnitt. Das gilt insbesondere für Berlin, wo die Arbeitslosenquote um 1,4 %-Punkte auf 9,3 % stieg. Aufschlussreich mit Blick auf die Immobilienmärkte ist ein Blick auf die Branchen, aus denen sich der Zuwachs an Arbeitslosen speist. Bundesweit gesehen arbeiteten die meisten Beschäftigten, die im April ihre Arbeit verloren haben, zuvor im Einzelhandel, im Gastgewerbe sowie im verarbeitenden Gewerbe. Zusammen stehen diese drei Branchen für mehr als ein Drittel des Arbeitslosenzuwachses. Ebenfalls stark betroffen ist der Logistiksektor. Insgesamt fiel der Anstieg aber in allen Branchen stärker aus als im Jahr zuvor. In den Top 7 ist das Muster ähnlich, außer dass hier typischerweise der Industriesektor kaum eine Rolle spielt und stattdessen die Dienstleistungsbereiche stärker betroffen sind.
Auch wenn die Stützungsmaßnahmen der Regierung einen Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht gänzlich verhindern konnten, ist davon auszugehen, dass sie ihn ganz erheblich gedämpft haben. Insbesondere das Kurzarbeitergeld dürfte hier einen maßgeblichen Beitrag geleistet haben und auch künftig leisten. So gingen im März Anzeigen auf Kurzarbeit für mehr als 2,6 Mio. Beschäftigte bei der Bundesagentur für Arbeit ein. Im April kamen nach vorläufigen Zahlen weitere 7,5 Mio. Menschen hinzu. Das sprengt alle bislang gekannten Maßstäbe. Auf dem Gipfel der Finanzkrise waren insgesamt knapp 1,5 Mio. Menschen von Kurzarbeit betroffen. Seinen Zweck hat das Kurzarbeitergeld damals aber hervorragend erfüllt: Es hat den Unternehmen dabei geholfen, ohne starken Beschäftigungsabbau durch die Krise zu kommen. Die Arbeitslosenquote stieg zwischen 2008 und 2009 lediglich um 0,3 %-Punkte an und sank bereits im Jahr danach unter das Vorkrisenniveau. Die Aprilzahlen deuten darauf hin, dass der Anstieg dieses Mal stärker ausfallen wird, aber das bleibt abzuwarten.
Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Situation und sich rasch ändernden Gegebenheiten möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die hier wiedergegebenen Einschätzungen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung entsprechen und wir diese nicht aktualisieren.