Covid-19

Research Artikel

Frage #11: Welche Auswirkungen auf den Studentenwohnungsmarkt sind zu erwarten?

erstellt am 22. April 2020

Im Zuge des Lockdowns sind auch die Hochschulen geschlossen worden. Immerhin soll das Sommersemester überall stattfinden, wenngleich es zunächst keine Präsenzveranstaltungen geben wird. Für Anbieter von Studentenwohnungen ist das Sommersemester traditionell weniger bedeutsam als der Start des Wintersemesters. Dennoch sind die Folgen der COVID-19-Pandemie bereits spürbar. So berichten uns Betreiber und Eigentümer von rückläufigen Anfragen bzw. Auslastungsquoten. Einige Anbieter haben den Mietern zudem eine kostenlose Stornierung angeboten, was auch aus anderen Ländern berichtet wird.
 
Ausländische Studierende, die eine wichtige und stark wachsende Zielgruppe sind (siehe Abbildung unten), können derzeit oftmals nicht einreisen und fallen somit kurzfristig als Nachfrager aus. Umgekehrt können aber auch viele Studierende nicht in ihre Heimatländer zurückreisen oder fühlen sich in Deutschland womöglich sicherer und haben daher ihre Verträge verlängert. Insgesamt ist jedoch damit zu rechnen, dass die Nachfrage durch ausländische Studierende deutlich zurückgeht. Times Higher Education rechnet sogar mit einem langanhaltenden Rückgang der internationalen Studierendenmobilität.

Zahl ausländischer Studierender in Deutschland

Von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind alle Studierenden betroffen. Mehr als zwei Drittel von ihnen gehen einer Nebentätigkeit nach, die nun zumindest vorrübergehend für viele wegfällt. Entsprechende Einnahmeverluste sind die Folge, zumal Nebenjobs durch das Raster der staatlichen Hilfsmaßnahmen fallen – das soll sich allerdings bald ändern. Wenn auch die Eltern wegen COVID-19 geringere Einkommen verzeichnen, werden sie eventuell eine geringere finanzielle Unterstützung leisten können – für viele Studierende sind sie die Haupteinkommensquelle.

Entscheidend für die Auslastung und Erträge im Studentenwohnungsmarkt wird sein, welche Maßnahmen und Restriktionen zum Start des Wintersemesters gelten. Wenn viele ausländische Studierende nach wie vor nicht einreisen können oder wollen und viele Studierende geringere Einnahmen haben, werden niedrigere Auslastungen und Erträge in den privaten Studentenwohnanlagen nicht zu vermeiden sein.

Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Situation und sich rasch ändernden Gegebenheiten möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die hier wiedergegebenen Einschätzungen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung entsprechen und wir diese nicht aktualisieren.

 

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