erstellt am 8. April 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Corona-Pandemie als
„die größte Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg“, US-Ökonom Barry Eichengreen sieht in wirtschaftlicher Hinsicht am ehesten Parallelen zum Ölpreisschock von 1973, rechnet aber mit deutlich schwerwiegenderen Folgen als damals. Als vergleichbare Pandemien werden häufig die SARS-Pandemie 2002/03 (knapp 800 Tote innerhalb eines halben Jahres) und sogar die Spanische Grippe (geschätzte 25 bis 50 Millionen Tote) genannt.
Belastbare Immobilienmarktdaten für die genannten Ereignisse gibt es lediglich für die SARS-Pandemie, von der Deutschland aber praktisch nicht betroffen war. Hierzulande gab es in der jüngeren Vergangenheit vor allem zwei Krisen, deren Effekte für die Immobilienmärkte wir nachzeichnen können: Zum einen der Doppelschock aus geplatzter Dotcom-Blase und 9/11, zum anderen die
globale Finanzkrise.
- Im Sog von geplatzter Dotcom-Blase im März 2000 und den Terroranschlägen vom 11. September 2001 stiegen die Bürospitzenrenditen in den Top 7 zwischen 2000 und 2004 um etwa 50 Basispunkte, die Spitzenmieten sanken zwischen 2001 und 2004 um etwa ein Viertel.
- Im Zuge der Finanzkrise stiegen die Bürospitzenrenditen in den Top 7 zwischen 2007 und 2009 um ebenfalls etwa 50 Basispunkte, die Spitzenmieten gingen zwischen 2008 und 2010 um 7 % zurück.

